Queere freie Trauung in Münster, NRW und international

Katrin Hummel posiert mit Brautpaar nach der Trauung

„Love is Love“ stimmt. Aber dieser Satz steht auch auf Tassen am Flughafen. Euer Hochzeitstag verdient Sätze, die ihr auch in zwanzig Jahren noch zitiert, statt sie auf einer Papiertüte zu vergessen.

Oft werde ich gefragt, ob ich auch queere Trauungen durchführe. Ich verstehe die Frage sehr gut. Viele queere Paare möchten sicher sein, dass ihre Geschichte nicht erklärt, vereinfacht oder in eine klassische Hochzeitsvorlage gepresst wird. Genau deshalb ist die Frage berechtigt. Und trotzdem ist eine queere Trauung für mich keine Spezialdisziplin, für die man eine andere Ausbildung bräuchte.

Mein Beruf ist es, Menschen zuzuhören, das Wesentliche herauszuarbeiten und es in eine treffende Sprache zu übersetzen. Das gilt für zwei Frauen, zwei Männer, zwei Menschen, die sich keiner dieser Kategorien zuordnen oder jede andere Paar-Konstellation, die sich das Ja-Wort geben möchte.

Eine queere freie Trauung erfordert eine besonders genaue Sprache. Denn eure Zeremonie soll nicht wie von einer Vorlage abgelesen klingen, nicht nach ausgetauschten Pronomen und auch nicht nach gut gemeintem Regenbogen-Kitsch. Sie soll von euch erzählen: als Paar, als Menschen, mit eurer Geschichte, euren Familien, euren Entscheidungen und eurem eigenen Blick auf die Liebe.

Genau das ist mein Handwerk.

Brauptaar bei Auszug von freier Trauung in Münster

Was zeichnet eine queere freie Trauung aus?

Eine queere freie Trauung zeichnet sich nicht dadurch aus, dass klassische Hochzeitsrollen umbenannt oder Pronomen ausgetauscht werden. Sie wird dann gut, wenn die Sprache der Traurednerin genau ist. Welche Begriffe fühlen sich für euch richtig an? Welche Teile eurer Geschichte sollen erzählt werden? Welche Familienkonstellationen brauchen Fingerspitzengefühl? Welche Rituale passen zu euch – und welche nicht?

Für mich ist eine queere Trauung kein Sonderformat, sondern eine freie Trauung, bei der eure Identität, eure Geschichte und euer Blick auf die Liebe ernst genommen werden. Ob in Münster, in NRW, Hessen oder international: Als IHK-zertifizierte Traurednerin gestalte ich mit euch eine persönliche, emotionale, lustige und auf Wunsch mehrsprachige Zeremonie.

Journalismus trifft Liebe: Warum tiefe Fragen zu besseren queeren Traureden führen

Seit zwanzig Jahren führe ich für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” Interviews. Mit Politikern, die nichts sagen wollten. Mit Unternehmern, die ihre eigene Geschichte nicht kannten. Mit Menschen, die dachten, sie hätten nichts Interessantes zu erzählen – und nach zwei Stunden aufgehört haben, auf die Uhr zu schauen.

Diese Erfahrung ist mein wichtigstes Werkzeug als Traurednerin. Bevor ich auch nur einen einzigen Satz für eure Trauung schreibe, verbringen wir drei bis vier Stunden im Gespräch. Ihr kriegt von mir keinen Fragebogen zum Ankreuzen. Kein Formular mit Fragen wie „Wie habt ihr euch kennengelernt (bitte kurz)“. Sondern ich höre euch zu.

Was dabei herauskommt, ist zum Beispiel eine Beschreibung des Moments, in dem ihr gemerkt habt, dass es ernst mit euch ist – nicht das romantische Klischeebild, das ihr vielleicht öffentlich erzählt, sondern die Wahrheit. Ich beschreibe die spezifischen Details, die eure Beziehung ausmachen. Die Art, wie ihr streitet und wieder zueinanderfindet. Das, worüber ihr lacht, wenn sonst niemand zuhört.

Für queere Paare hat das noch eine zusätzliche Dimension: Viele von ihnen haben einen nicht geradlinigen Weg hinter sich. Sie haben Coming-outs hinter sich, die leicht oder schwer fielen. Familien, die sofort dabei waren oder Zeit brauchten. Orte, an denen man sich versteckt hat, und Orte, an denen man das endlich nicht mehr musste. Diese Geschichten stecken voller Stoff für Reden, die bewegen. Vorausgesetzt, man fragt richtig.

Ich frage richtig. Das ist mein Beruf, seit zwanzig Jahren.
Was das in der Praxis bedeutet:

  •     Kein Copy-Paste aus Vorlagen - jede Rede entsteht neu, für euch.
  •     Keine Floskel-Trauung: „Heute schließt sich ein Kreis" werde ich nie sagen.
  •     Sätze, die ihr nicht zweimal hören müsst. Weil sie beim ersten Mal sitzen.

Mehrsprachige queere Trauung auf Deutsch, Englisch oder Französisch

Viele queere Paare bringen internationale Freundeskreise, mehrsprachige Familien oder biografische Verbindungen zu verschiedenen Ländern mit.

Was bedeutet das für eine Trauung? Zum Beispiel, dass die Oma aus Lyon vielleicht kein Deutsch spricht. Oder dass der beste Freund aus Edinburgh auf Englisch weinen möchte. Es macht einen Unterschied, ob man einer Zeremonie folgen kann oder ihr nur zusieht.

Ich arbeite auf Deutsch, Englisch und Französisch – nicht in der „Ich hab's mal gelernt“-Version, sondern so, dass meine Sprache Emotionen trägt.

Ich führe eine mehrsprachige Zeremonie durch, bei der ich zwischen den Sprachen wechsle. Kernpassagen können in einer zweiten Sprache gehalten werden, die gezielt für bestimmte Gäste eingesetzt wird. Oder eine vollständige Parallelführung – je nachdem, wie eure Gäste zusammengesetzt sind und was sich für euch richtig anfühlt.

Das Ziel ist immer dasselbe: Alle im Raum sollen im entscheidenden Moment wirklich dabei sein – nicht ratend, nicht wartend, sondern mitfühlend.

Warum ein sicherer Rahmen eure Zeremonie emotionaler macht

Das Wort „Safe Space” wird heutzutage sehr häufig verwendet. Ich benutze es trotzdem, weil es genau das Richtige trifft – auch wenn ich es lieber mit Inhalt fülle als mit Absichtserklärungen.

Ich bin seit zwanzig Jahren glücklich verheiratet. Das hat mich nicht blind für andere Lebensformen gemacht – im Gegenteil. Ich bin schlicht und ergreifend neugierig auf Menschen. Das ist eine grundlegende Eigenschaft, die man als Traurednerin haben sollte. Wer nicht aufrichtig daran interessiert ist, was ein Paar ausmacht, sollte keine Traureden schreiben.

Was ich mitbringe, ist keine performative Allyship, sondern das, was ich für alle meine Paare mitbringe:

  •     Verlässlichkeit: Was ich zusage, halte ich. Termine, Fristen, Mails – alles pünktlich, alles sorgfältig.
  •     Diskretion: Was ihr mir erzählt, bleibt bei mir. Nicht im Blog, nicht in „anonymisierten" Beispielen.
  •     Respekt: Für eure Entscheidungen, eure Identitäten, eure Familienkonstellation – ohne Nachfragen, die nichts zur Zeremonie beitragen.
  •     Professionalität: IHK-zertifiziert, versiert, erfahren – meine Unterlagen sind in Ordnung, der Ablaufplan auch.

Emotionale Zeremonien entstehen nicht trotz, sondern durch Professionalität. Wenn man sich darauf verlassen kann, dass die Rednerin weiß, was sie tut, kann man aufhören, sich Sorgen zu machen. Und dann passiert das Eigentliche. Ihr seid einfach da, in diesem Moment, miteinander.

Ich bin das Schweizer Taschenmesser unter den Trauschreiberinnen: Ich höre zu, strukturiere, formuliere, übersetze und stehe pünktlich am Mikrofon. Ohne Tränen-Musik-Playlist, die niemand bestellt hat.

Lasst uns gemeinsam herausfinden, was eure Liebe ausmacht!

Diese Fragen stellen oft Paare, die sich eine queere Trauung wünschen

Wie gehst du damit um, wenn Teile der Familie „schwierig“ oder skeptisch gegenüber einer queeren Hochzeit sind?

Das ist die Königsdisziplin der Moderation. Als ausgebildete Eventmoderatorin bin ich es gewohnt, in Räumen zu stehen, in denen nicht alle einer Meinung sind. Im Traugespräch besprechen wir genau, wer bei eurer Freien Trauung anwesend sein wird und welche Zwischentöne wichtig sind. Während der Zeremonie sorge ich für eine wertschätzende und professionelle Atmosphäre. Niemand wird vorgeführt oder bekehrt – euer Weg steht klar im Mittelpunkt.

Was passiert, wenn wir gar keine „klassischen“ Hochzeitsrituale wollen – ist die Rede dann das Einzige?

Eine freie Trauung ist kein Malen nach Zahlen. Wenn ihr keinen Ringtausch möchtet und euch beim Einzug zu Heavy Metal wohler fühlt als zu Streichern, ist das wunderbar. Ich sehe mich als Architektin eurer Zeremonie. Wir können alternative Rituale entwickeln, die zu eurer Identität passen, oder gar kein Ritual einplanen - dann rede ich einfach ein bisschen länger. Mein Ziel ist, dass nichts passiert, was sich für euch wie eine Verkleidung anfühlt. Ihr müsst bei mir nicht „Hochzeit spielen”.

Können wir dich auch für eine Zeremonie im Ausland buchen, wenn wir dort heiraten?

Absolut! Als reisebegeisterte Redakteurin und sprachbegabte Allrounderin liebe ich „Destination Weddings“. Ob ein Weingut in der Provence oder ein Loft in London – ich begleite euch dorthin, wo eure Geschichte spielt. Da ich Zeremonien auf Englisch und Französisch sicher und natürlich durchführen kann, bin ich vor Ort nicht nur eure Rednerin, sondern auch eine sprachliche Brücke zu euren Gästen und Dienstleistern.

Ausgebildet vom Redekunstwerk in Zusammenarbeit mit der IHK Osnabrück. Ausgezeichnet durch ein IHK-Zertifikat.