Freie Trauung auf Schloss Werdorf in Asslar
Die Geschichte von Sandra und Luca beginnt vor neun Jahren, bei einem Klassensprechertreffen in Ehringshausen. Sandra war damals 14, Luca 15 – und obwohl er sie zunächst gar nicht wahrnahm, war es sofort um Sandra geschehen. Über eine Freundin kam sie an Lucas Telefonnummer, die im Übrigen aber auch an der Wand der Mädchenumkleide stand. Sie schrieb ihm auf What's App ein schlichtes „Hi". Der Rest ist eine sehr menschliche Liebesgeschichte: ein schweigsames erstes Kino-Date bei einem mittelmäßigen Bond-Film, eine vorübergehende Trennung und gegenseitiges Zappeln-Lassen aus Stolz - und am Ende doch immer wieder das Gefühl, zueinander zu gehören.
Im Mai 2016 wurden die beiden offiziell ein Paar, nachdem Luca um kurz vor Mitternacht per WhatsApp die entscheidende Frage gestellt hatte. Seitdem haben sie sich nicht mehr getrennt.
Der Heiratsantrag: Regen, Rosen und ein Moment ohne Worte
Besonders berührend war die Geschichte des Heiratsantrags, die ich in die freie Trauung eingewoben habe. Nach einem gemeinsamen Konzertbesuch in München hatte Luca monatelang heimlich geplant: ein Hotelzimmer mit Balkon, ein Herz aus konservierten Rosen, Kerzen und eine Flasche Sekt. Als Sandra und Luca nach einem entspannten Abendspaziergang zurück aufs Zimmer kamen, ging Luca vor Aufregung sprachlos auf die Knie – ganz ohne die eigentliche Frage auszusprechen. Sandra verstand ihn trotzdem sofort. Kurz darauf setzte ein Wolkenbruch ein, der die romantische Kulisse regelrecht flutete. Die Kerze mit den sichtbaren Regentropfen im erkalteten Wachs steht bis heute als Erinnerungsstück im Wohnzimmer des Paares – ein schönes Beispiel dafür, dass es oft die kleinen, unperfekten Momente sind, die eine Geschichte erst richtig lebendig machen.
Die Reisekiste der Erinnerungen: Ein Ritual mit Familie und Freunden
Ein besonderes Highlight der freien Trauzeremonie war das Ritual, die „Reisekiste der Erinnerungen". In Lucas altem Kinderkoffer, mit dem er früher zu seinen Großeltern in den Urlaub gereist war, haben enge Freunde und Familienmitglieder – darunter die Trauzeugin, beide Mütter, eine Tante und ein Onkel – ganz persönliche Erinnerungsstücke abgelegt: ein altes Freundebuch, ein Kirmesplakat, einen Kindergarten-Schleier, eine Schalke-Kutte und ein Kinderfoto. Zur Musik von „A Thousand Years" entstand so ein emotionaler Moment, der gezeigt hat, wie viele Menschen den Weg von Sandra und Luca bis zu diesem Tag begleitet haben. Solche individuellen Rituale sind für mich als Traurednerin immer wieder ein Beweis dafür, wie viel Raum eine freie Trauung für persönliche Ideen bietet – ganz anders als eine standardisierte kirchliche oder standesamtliche Zeremonie.
Eheversprechen, die unter die Haut gehen
Nach neun gemeinsamen Jahren ohne Trauschein und der standesamtlichen Hochzeit wollten Sandra und Luca ihre Gefühle noch einmal in ihren eigenen Worten festhalten. Ihre persönlichen Eheversprechen unter dem Traubogen von Schloss Werdorf waren so ehrlich und liebevoll formuliert, dass kaum ein Auge im Publikum trocken blieb. Genau dieser Moment – wenn ein Brautpaar seine eigenen Worte findet und mit den Gästen teilt – gehört für mich zu den schönsten Aufgaben einer freien Trauung: Ich darf diese Versprechen vorlesen oder begleiten und den beiden einen würdevollen, persönlichen Rahmen dafür schaffen.
Ringtausch, Ja-Wort und Applaus
Zur Musik von „Can You Feel the Love Tonight" folgten schließlich Ringtausch und Ja-Wort, begleitet von einem dreieinhalbjährigen Patenkind, das die Ringe nach vorne brachte. Nach der Unterzeichnung der Trau-Urkunde ging es für Sandra und Luca sowie ihre Gäste weiter zum Sektempfang im Bürgerhaus Herborn-Burg – der nächste Abschnitt auf ihrer gemeinsamen Reise.
Warum diese freie Trauung so besonders war
Was die Trauung von Sandra und Luca für mich unvergesslich macht, ist die Verbindung aus Humor, Tiefe und persönlichen Details: die ehrlichen Anekdoten aus zehn gemeinsamen Jahren, die einbezogenen Familienmitglieder und die selbstgeschriebenen Eheversprechen. Genau das macht für mich den Unterschied zwischen einer klassischen und einer freien Trauung aus: Als Traurednerin gestalte ich jede Zeremonie so individuell wie das Paar selbst – mit eigenen Ritualen, persönlichen Geschichten und einem Ablauf, der sich niemals wie von der Stange anfühlt.
Wenn auch ihr eine freie Trauung plant und euch eine persönliche, liebevoll gestaltete Zeremonie wünscht, erzähle ich euch gerne mehr über meine Arbeit als Traurednerin in Hessen und darüber hinaus.