Christian und Isabel: Freie Trauung auf Schloss Langenburg
„Was lange währt, wird endlich wahr" stand auf der Einladungskarte von Isabel und Christian – und dieser Satz hätte für ihre freie Trauung auf Schloss Langenburg kaum treffender sein können. Denn zwischen dem ersten Kennenlernen und dem Ja-Wort liegen ganze 15 Jahre einer Beziehung, die sich Zeit gelassen hat, um genau richtig zu werden.
Kennengelernt haben sich Isabel und Christian im Sommer 2009 auf der Beach-Party einer Datingwebseite. Christian hatte Isabel zuvor schon einmal bei einem Spiel der Kickers Offenbach gesehen und war überrascht, sie dort wiederzutreffen. Der erste Kontakt verlief allerdings alles andere als klassisch romantisch: Christian rief ihr etwas Freches hinterher, Isabel war zunächst verärgert – bis sie merkte, dass es gar nicht böse gemeint war. So kamen die beiden ins Gespräch, und aus anfänglichem Missverständnis wurde gegenseitige Sympathie.
Fußballspiele, MSN-Chats und ein rotes Auge
In den folgenden Monaten sahen sich Isabel und Christian regelmäßig bei Spielen der Kickers Offenbach wieder und schrieben sich über MSN – damals noch ausschließlich vom heimischen PC aus. Wie ernst es Christian schon war, zeigte sich bei einem Bierfest in Offenbach: Nach einem Arbeitsunfall in der Nachtschicht mit einem geröteten, kaum sehfähigen Auge schleppte er sich trotzdem dorthin, nur um Isabel wiederzusehen. An diesem Abend tanzten die beiden zum ersten Mal miteinander.
Wie zwei wilde Rosen: das Bild für ihre Beziehung
Ein Bild hat sich für Isabel und Christian als roter Faden ihrer freien Trauung besonders angeboten: das der zwei wilden Rosen, die nebeneinander gepflanzt werden und langsam ihre Wurzeln miteinander verweben, bis daraus ein dichter, gemeinsamer Rosenbusch wird. Genau dieses langsame, stetige Zusammenwachsen prägte die gesamte Beziehungsgeschichte von Isabel und Christian – von den ersten unsicheren Annäherungen bis zur festen Partnerschaft. Auf einer Zugfahrt mit der Fangruppe der Kickers Offenbach übernahmen die beiden spontan Verantwortung für zwei jüngere Kinder aus ihrem Umfeld – ein Moment, der für Isabel zeigte, dass sie sich auf Christian verlassen konnte.
Am 3. November 2009 fragte Isabel schließlich ganz direkt, ob sie ihre Beziehung offiziell machen wollten – und Christian sagte Ja. Seitdem ist der 3. eines jeden Monats für das Paar ein kleiner, fester Ritualtag: Auch nach Jahren reichen sich Isabel und Christian an diesem Datum noch immer die Hand, und am Jahrestag bringt Christian Blumen mit.
Gemeinsam durch anstrengende Jahre
Nach einigen beruflichen Umwegen entschieden sich beide für anspruchsvolle Ausbildungswege: Isabel zur Erzieherin, Christian parallel zum Techniker und später zum Betriebswirt an der Abendschule. Fünf Jahre lang unterstützten sie sich gegenseitig durch diese fordernde Zeit – ein Beweis für den roten Faden ihrer Beziehung, den beide selbst so formulieren: „Wir sind zusammen erwachsen geworden." 2015 zogen Isabel und Christian schließlich gemeinsam nach Mühlheim, wo sie von Anfang an harmonisch zusammengelebt haben und sich alle Aufgaben im Haushalt gleichberechtigt teilen.
Der Antrag beim Lewis-Capaldi-Konzert
Besonders bewegend war die Geschichte des Heiratsantrags, die ich als freie Traurednerin in die Zeremonie eingewoben habe. Nach einer Operation, bei der Christian sie pandemiebedingt nicht ins Krankenhaus begleiten durfte, wurde Isabel klar: Sie wollte nicht länger warten. Bei einem Konzert von Lewis Capaldi, während des einzigen Liebeslieds des Abends, nahm sie all ihren Mut zusammen, stupste Christian an und öffnete die Ringbox. Ein halbes Jahr später zog Christian nach, an Isabels Geburtstag um Mitternacht, unter dem Sternenhimmel eines kleinen Steinhäuschens im Burgund – mit einem eigenen, ganz bewusst gewählten Antrag.
Das Ringwarming-Ritual mit allen Hochzeitsgästen
Ein besonderer Moment der freien Trauzeremonie auf Schloss Langenburg war das Ringwarming-Ritual: Die Eheringe wurden während eines Liedes durch die Reihen der Hochzeitsgäste gereicht, jeder durfte sie kurz in der Hand halten und ihnen persönliche gute Wünsche mitgeben, bevor sie wieder nach vorne zum Brautpaar zurückkamen. So wurden die Ringe zu einem Symbol für die Liebe und Unterstützung aller Anwesenden – ein Ritual, das zeigt, wie viel Raum eine freie Trauung für persönliche, gemeinschaftliche Momente bietet.
Warum diese freie Trauung so besonders war
Was die Trauung von Isabel und Christian für mich unvergesslich macht, ist die Ruhe und Selbstverständlichkeit, mit der sich diese Beziehung über 15 Jahre entwickelt hat – begleitet vom Bild der wilden Rosen, die ihre Wurzeln immer tiefer miteinander verweben. Genau das macht für mich den Unterschied zwischen einer klassischen und einer freien Trauung aus: Als Traurednerin gestalte ich jede Zeremonie so individuell wie das Paar selbst – mit eigenen Ritualen, persönlichen Geschichten und einem Ablauf, der sich niemals wie von der Stange anfühlt.
Wenn auch ihr eine freie Trauung plant und euch eine persönliche, liebevoll gestaltete Zeremonie wünscht, erzähle ich euch gerne mehr über meine Arbeit als Traurednerin.